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Österreichischer Bob- und Skeletonverband

Eduard-Bodem-Gasse 6 / 3. OG
A-6020 Innsbruck

Mehr als nur Platz neun

Mehr als nur Platz neun

Innsbruck, 

21. Februar 2026

Mit dem Zweierbob sind am Samstagabend die Bobbewerbe der Damen in Cortina d’Ampezzo zu Ende gegangen – und sie endeten aus österreichischer Sicht mit einer starken Geschichte, viel Kampfgeist und einem Olympia-Debüt, das Lust auf mehr macht.

Katrin Beierl und ihre Anschieberin Christania Williams belegten nach vier Läufen Rang neun (+2,13 Sekunden) – ein Ergebnis, das man isoliert betrachtet als solide bezeichnen würde. Betrachtet man jedoch die Umstände, ist es bemerkenswert. Vor knapp drei Wochen musste Beierl nach einer Trainingsverletzung am Mittelfußknochen operiert werden. Dass sie überhaupt am Start stand, war medizinisch gesehen alles andere als selbstverständlich.

„Die Läufe waren stark, deutlich weniger Fehler als gestern. Das Feld ist extrem kompetitiv. Ich glaube, selbst ohne gebrochenen Fuß wäre maximal der sechste, siebte Platz drin gewesen“, analysierte Beierl. Tatsächlich bewegte sich das Duo leistungsmäßig in einem Bereich, der im derzeit brutal engen Damenfeld nur Nuancen auseinanderliegt. „Leider haben die Starts nachgelassen, aber davon sind wir fast ausgegangen. Der Fuß war gerade im vierten Lauf schon sehr, sehr schmerzhaft.“

Und trotzdem fehlte am Start kaum etwas: „Ich glaube, wir waren maximal ein Zehntel von den Schnellsten weg. Bei dem Niveau ist das eine krasse Leistung.“

Dass die letzte Fahrt die sauberste war, gefiel der Niederösterreicherin besonders: „Es ist immer schön, einen Wettkampf so zu verlassen. Medizinisch gesehen wären wir eigentlich gar nicht am Start gewesen.“ Ein Satz, der viel über diese Leistung sagt.

Beierl weiß, was nach Olympischen Spielen kommen kann – auch emotional. „Ich habe schon zwei erlebt. Danach kommt oft ein kleines Loch, darauf bin ich vorbereitet.“ Jetzt heißt es ohnehin regenerieren. Der März wird gezwungenermaßen ruhig.

Haslwanter sammelt Olympia-Erfahrung

Für Lea Haslwanter und Victoria Festin endete das Olympia-Debüt vorzeitig. Mit Rang 24 verpasste das junge Duo den vierten Lauf der Top-20. Sportlich blieb das selbst gesteckte Ziel unerreicht, emotional überwog dennoch das Positive. „Das Ziel mit den Top-20 ist leider nicht aufgegangen, aber die Erwartung vom Rundherum ist mehr als übertroffen worden“, sagte Haslwanter. „Mit den Fans, mit der Familie da zu sein – das ist einfach einzigartig.“

Der Unterschied zu einem Weltcup sei spürbar: „Beim Wettkampf ist es schon etwas anderes, wenn so viele Zuschauer da sind. Aber ich habe das als Motivation genommen.“ Für sie ist Cortina klar eine Zwischenstation: „Die nächsten vier Jahre heißt es fahren, fahren, fahren, am Start feilen, Vollgas geben. Dann sind wir hoffentlich 2030 ready.“

Und wie fährt man nach so einem Debüt nach Hause? „Ich bin stolz auf Vici und mich, dass wir es hierher geschafft haben. Ich konnte befreit fahren, das hat richtig gutgetan.“

Deutsche Dominanz zum Abschluss

Gold ging an Laura Nolte und Deborah Levi in 3:48,46 Minuten. Silber holten ihre Teamkolleginnen Lisa Buckwitz und Neele Schuten (+0,53), Bronze sicherten sich die US-Amerikanerinnen Kaillie Humphries Armbruster und Jasmine Jones (+0,75).