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Österreichischer Bob- und Skeletonverband

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A-6020 Innsbruck

Sportwissenschaft trifft Olympiagold: Walter Hable kehrt zurück

Sportwissenschaft trifft Olympiagold: Walter Hable kehrt zurück

Innsbruck, 

06. August 2026

Einer der renommiertesten Sportwissenschafter Österreichs kehrt zum Österreichischen Bob- und Skeletonverband zurück. Nach dem Olympiasieg von Janine Flock begleitet Mag. Walter Hable (Foto oben: ÖBSV/Martin Stachl Fotografie) den ÖBSV künftig als sportwissenschaftlicher Berater durch den neuen Olympiazyklus bis zu den Winterspielen 2030 in den französischen Alpen. Der 57-jährige Oberösterreicher bringt mehr als drei Jahrzehnte Erfahrung im Spitzensport mit – und vor allem einen Führungsstil, der auf Zusammenarbeit, Vertrauen und Wissensaustausch setzt.

„Wir sehen in Walter Hable ein weiteres wichtiges Puzzleteil, um unsere Athletinnen und Athleten bestmöglich zu unterstützen. Besonders wertvoll ist dabei sein Ansatz, die hervorragende Arbeit unserer Heim-, Landes- und Stützpunkttrainer zu vernetzen, Know-how zu bündeln und dieses gemeinsam weiterzuentwickeln. Genau dieser Teamgedanke wird uns auf dem Weg Richtung WM 2027 und Olympische Winterspiele 2030 weiterbringen“, sagt ÖBSV-Generalsekretär Manfred Maier.

Für den Verband ist es eine Rückkehr eines langjährigen Wegbegleiters. Bereits zwischen 2007 und 2018 war Hable für den ÖBSV tätig und trug maßgeblich zur positiven Entwicklung der Startleistungen bei. In den vergangenen Jahren arbeitete er auf privater Basis zunächst mit Bobpilot Benjamin Maier und anschließend mit Skeleton-Olympiasiegerin Janine Flock und deren Teamkollegen Samuel Maier zusammen. Die Erfolge sprechen für sich: EM-Medaillen und Vizeweltmeistertitel im Bob, zwei Goldmedaillen bei der EM durch Samuel Maier und Janine Flock sowie schließlich Olympiagold im Skeleton.

Walter Hable, Spezialist für Trainingsplanung, Belastungssteuerung sowie die Entwicklung von Kraft und Schnelligkeit, freut sich auf seine neue Aufgabe: „Ich habe fast 30 Jahre darauf hingearbeitet, einmal eine Olympiamedaille zu gewinnen. Das war immer ein persönliches Ziel von mir. Mit Janine ist dieser Traum Wirklichkeit geworden. Umso schöner ist es jetzt, dieses Wissen nicht nur einer Athletin, sondern dem gesamten Verband zur Verfügung stellen zu dürfen.“

30 Jahre Spitzensport – sechs Sportarten, 30 internationale Medaillen

Walter Hable zählt seit mehr als drei Jahrzehnten zu den prägenden Persönlichkeiten der österreichischen Sportwissenschaft. Der gebürtige Linzer studierte Sportwissenschaften in Wien und fand über die Leichtathletik zum Leistungssport. Dort betreute er unter anderem Sprint-Ikone Karin Mayr-Krifka und begleitete sie zu zahlreichen Staatsmeistertiteln sowie internationalen Medaillen. Es folgten Stationen beim österreichischen Frauen-Handball, wo er sowohl Hypo Niederösterreich als auch das Nationalteam betreute und mit Österreich 1999 WM-Bronze gewann. Als Leiter der Abteilung Sportwissenschaft am IMSB Austria arbeitete Hable anschließend an zahlreichen nationalen und internationalen Projekten, unter anderem mit dem österreichischen Ruderverband beim Weltmeistertitel des Leichtgewichts-Vierers ohne 2001 in Luzern. Auch im Beachvolleyball war seine Handschrift sichtbar: Gemeinsam mit Florian Gosch, Alexander Horst und später Clemens Doppler durfte er Europameisterschaftsmedaillen sowie den historischen Vizeweltmeistertitel bei der Heim-WM 2017 feiern.

Insgesamt war Hable in sechs verschiedenen Sportarten unmittelbar in Trainingsplanung und Trainingssteuerung eingebunden und begleitete Athletinnen und Athleten im Nachwuchs und in der allgemeinen Klasse zu 30 internationalen Medaillen unter anderem bei Europa- und Weltmeisterschaften sowie Olympischen Spielen.

„Ich komme nicht, um jemandem vorzuschreiben, wie er arbeiten soll“

Trotz dieser außergewöhnlichen Erfolgsbilanz beschreibt Walter Hable seine neue Aufgabe bewusst bescheiden: „Ich komme nicht zum ÖBSV, um irgendjemandem vorzuschreiben, wie er zu arbeiten hat. Das war nie mein Zugang und wird auch diesmal keiner sein. Ich habe als Sportwissenschafter gelernt, zuerst zuzuhören. Deshalb werde ich jede einzelne Trainerin und jeden einzelnen Trainer fragen: Was brauchst du? Wie kann ich dich unterstützen? Welche Erfahrungen können wir gemeinsam nutzen? Genau darin sehe ich meine Aufgabe.“

Für Hable ist der gegenseitige Austausch der Schlüssel zum Erfolg.

„Es wird eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe sein. Ich möchte Wissen bündeln, Kommunikation fördern und den Trainerinnen und Trainern Service anbieten. Ich glaube nicht an Hierarchien, sondern an gemeinsames Lernen. Wenn jemand eine gute Idee oder einen funktionierenden Ansatz hat, dann soll davon der gesamte Verband profitieren.“

Vom Privatprojekt zurück in den Verband

Dass Walter Hable künftig wieder offiziell für den Österreichischen Bob- und Skeletonverband tätig wird, ist keineswegs selbstverständlich. Nach seiner ersten ÖBSV-Periode zwischen 2007 und 2018 hatte sich der Sportwissenschafter bewusst aus den Verbandsstrukturen zurückgezogen und ausschließlich individuelle Athlet:innenprojekte betreut. Der entscheidende Grund für seine Rückkehr ist für ihn die Neuausrichtung des Verbandes.

„Ich habe in den vergangenen Jahren bewusst auf Privatbasis gearbeitet, weil ich mich ganz auf die Athletinnen und Athleten konzentrieren wollte. Jetzt sehe ich aber, dass sich der ÖBSV neu aufgestellt hat. Ich erlebe einen Verband, der sich strukturell weiterentwickelt hat und der die Sportlerinnen, Sportler sowie Trainerinnen und Trainer in den Mittelpunkt stellt. Dieses Potenzial hat mich überzeugt. Deshalb habe ich gesagt: Ja, ich bin dabei.“

Gerade diese Entwicklung sieht Hable als ideale Grundlage, um die erfolgreiche Arbeit der vergangenen Jahre weiter auszubauen: „Erfolg entsteht nie durch eine einzelne Person. Erfolg entsteht immer dann, wenn viele Menschen bereit sind, ihr Wissen miteinander zu teilen und gemeinsam in eine Richtung zu arbeiten. Genau dieses Miteinander möchte ich unterstützen.“

Seine neue Aufgabe beschreibt Hable bewusst nicht als klassische Trainerfunktion, sondern als sportwissenschaftliche Serviceleistung für den gesamten Verband.

Gemeinsam mit den Nationaltrainern Bob (tba) und Skeleton (Michael Grünberger) wird er einen sportwissenschaftlichen Saisonrahmen entwickeln, der allen Trainingsgruppen Orientierung geben soll.

Hable: „Wir erstellen gemeinsam einen Saisonrahmentrainingsplan. Darin sind die Trainingslehrgänge der Sommervorbereitung, Anschubtests, Lehrgänge auf Eis, Weltcups, Europa-Cups und Saisonhöhepunkte enthalten. Das schafft eine gemeinsame Struktur. Gleichzeitig bekommen die Heimtrainer:innen von mir auf Wunsch auch inhaltliche Groborientierungen aus meiner Erfahrung. Das sind Angebote – keine Vorgaben. In Österreich gibt es unglaublich engagierte Trainerinnen und Trainer. Oft entstehen hervorragende Ideen, die aber nur innerhalb einer Trainingsgruppe bleiben. Ich möchte helfen, dieses Wissen zu bündeln und allen zugänglich zu machen. Das macht am Ende den gesamten Verband stärker.“

Bob- und Skeleton-Weltcupkalender 2026/27:
#1 IBSF Weltcup Altenberg (GER, 22. bis 29. November 2026)
#2 IBSF Weltcup Innsbruck I (AUT, 29. November bis 6. Dezember 2026)
#3 IBSF Weltcup Innsbruck II (AUT, 6. bis 13. Dezember 2026)
#4 IBSF Weltcup Cortina d‘Ampezzo (ITA, 13. bis 20. Dezember 2026)
#5 IBSF Weltcup Königssee (GER, 10. bis 17. Jänner 2027)
#6 IBSF Weltcup St. Moritz (SUI, 17. bis 24. Jänner 2027)
#7 IBSF Weltcup und Europameisterschaft Winterberg (GER, 24. bis 31. Jänner 2027)
#8 IBSF Weltcup Sigulda (LAT, 31. Jänner bis 7. Februar 2027)
IBSF Weltmeisterschaften Olympiaparken Lillehammer (NOR, 15. bis 28. Februar 2027)