Zwei Jahre bis LA28: Williams und Sares nehmen Olympia ins Visier

Innsbruck,
Exakt in zwei Jahren werden die Olympischen Spiele in Los Angeles 2028 eröffnet. Mit Christania Williams und Leo Sares arbeiten auch zwei Athlet:innen des Österreichischen Bob- und Skeletonverbandes auf dieses große Ziel hin – allerdings nicht im Eiskanal, sondern auf der Laufbahn. Beide wollen sich nach den Winterspielen in Mailand Cortina 2026 nun für das nächste große Highlight im Zeichen der fünf olympischen Ringe qualifizieren.
Von Olympia-Silber in Rio über den Eiskanal zurück auf die Laufbahn
Für Christania Williams wäre Los Angeles bereits die dritte Olympia-Teilnahme – und die zweite im Sommer. Die 31-Jährige gewann 2016 mit der jamaikanischen 4x100-Meter-Staffel in Rio de Janeiro die Silbermedaille. Zehn Jahre später erfüllte sie sich einen ungewöhnlichen Traum: Als Anschieberin von Katrin Beierl vertrat sie Österreich – die Einbürgerung erfolgte im Herbst 2025 – im Zweierbob bei den Olympischen Winterspielen in Mailand Cortina.
Nun richtet sich der Blick wieder auf ihre eigentliche Sportart. Die Sprintsaison hat für Williams oberste Priorität, der Bobsport bleibt jedoch weiterhin ein wichtiger Bestandteil ihrer sportlichen Zukunft. „Der Fokus liegt jetzt ganz klar auf der Leichtathletik. Ich werde den Bobsport aber nicht aufgeben. Die Tür ist offen – im Winter können wir dann wieder darüber sprechen“, erklärt Williams.
Der Weg nach Los Angeles wird allerdings kein einfacher. Vor allem die Winterspiele hätten sie mental stark gefordert. „Bobsport verlangt einem unglaublich viel ab. Es geht nicht nur um den Wettkampf, sondern um viele Stunden Arbeit am Schlitten und darum, bei jeder Witterung konzentriert zu bleiben. Das war die größte mentale Herausforderung meiner bisherigen Karriere“, sagt die 31-Jährige. Gleichzeitig habe ihr die Olympia-Erfahrung aus Rio geholfen, mit dem Druck bei den Winterspielen umzugehen.
An Motivation mangelt es jedenfalls nicht. Los Angeles 2028 ist für Williams ein klares Ziel. „Ich möchte mich über 100 Meter und mit der 4x100-Meter-Staffel für die Olympischen Spiele qualifizieren. Natürlich wird das eine Herausforderung, aber die Voraussetzungen sind für mich deutlich besser als damals in Jamaika. Wenn ich gesund bleibe und gut trainieren kann, bin ich überzeugt, dass ich eine gute Chance habe. Meine Zeiten entwickeln sich in die richtige Richtung und ich freue mich riesig auf diesen Weg.“
Auch Leo Sares träumt von Los Angeles
Mit Leo Sares verfolgt ein weiterer österreichischer Anschieber ein ähnliches Ziel. Der amtierende Bob-Anschub-Staatsmeister wechselte erst vor rund einem Jahr ins Bobteam von Pilot Markus Treichl und machte mit ausgezeichneten Startzeiten rasch auf sich aufmerksam. Bereits bei den Olympischen Winterspielen 2026 gehörte er als Ersatzathlet zum österreichischen Aufgebot und war nahe dran, sein aktives Olympiadebüt zu feiern.
Wie Williams möchte auch Sares nun in seine ursprüngliche Sportart zurückkehren und sich in der Leichtathletik für Los Angeles empfehlen. Gelingt dieses Vorhaben, würden beide Athlet:innen in genau zwei Jahren nicht im Eiskanal, sondern im historischen Los Angeles Memorial Coliseum in Kalifornien um ihren nächsten olympischen Traum kämpfen.

