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Österreichischer Bob- und Skeletonverband

Eduard-Bodem-Gasse 6 / 3. OG
A-6020 Innsbruck

Zwischen Durchbruch, Matura und großen Zielen

Zwischen Durchbruch, Matura und großen Zielen

Innsbruck, 

02. Mai 2026

Mit beeindruckenden Leistungen in der Saison 2025/26 hat sich Sarah Baumgartner in den Fokus des internationalen Skeletonsports geschoben. Die 18-jährige Salzburgerin holte Silber bei den U20- und U23-Europameisterschaften und feierte ihren ersten Sieg im Europacup. Während sie aktuell noch ihre Matura absolviert, richtet sich der Blick bereits klar auf die nächsten sportlichen Schritte.

Es sind intensive Wochen für Sarah Baumgartner. Zwischen Lernstress und Training arbeitet Österreichs vielversprechendste Skeleton-Nachwuchsathletin derzeit an zwei großen Zielen gleichzeitig. „Die Pause war eher eine Lernpause“, sagt sie mit einem Schmunzeln. „Aber ich bin schon wieder im Training und es war wichtig, nach dem langen Winter zuerst kurz runterzukommen.“

Ein Winter, der für die 18-Jährige kaum besser hätte laufen können. Mit zwei Silbermedaillen bei den Junioren-Europameisterschaften und einem Europacup-Sieg in St. Moritz wurde Baumgartner auf internationaler Ebene erfolgreich vorstellig. Eine Entwicklung, die selbst für sie überraschend kam: „Es war richtig gut, viel besser als ich mir gedacht habe. Dass es für einen Europacup-Sieg reicht, das hätte ich nie erwartet.“

Auffällig ist dabei vor allem ihre Natürlichkeit im Eiskanal – eine Qualität, die im Skeleton rar ist. Nationaltrainer Michael Grünberger findet dafür deutliche Worte: „Sarah ist für mich ein richtig großes Talent. Sie bringt so viele Dinge mit, die sich oft nur schwer erlernen lassen. Wenn sie ihren Weg konsequent weitergeht und lernwillig bleibt, kann sie irgendwann in die Fußstapfen von Janine treten.“ Besonders ihr Gefühl für die Bahn und ihre Fähigkeit, sich intuitiv auf unterschiedliche Bedingungen einzustellen, stechen hervor.

Baumgartner selbst erklärt ihren Zugang deutlich bodenständiger: „Ich fühle mich einfach wohl auf dem Skeleton. Es macht richtig Spaß und wenn man Ziele hat und das genießt, kommt vieles irgendwie von allein.“ Trotz des raschen Aufstiegs bleibt die Arbeit im Hintergrund entscheidend. Der Fokus im Sommer liegt klar auf der Athletik – insbesondere am Start, wo Baumgartner noch Entwicklungspotenzial sieht. „Ich will auf jeden Fall meinen Start verbessern. Letztes Jahr war alles ein bisschen stressig, jetzt ist der erste richtige Sommer mit meinem Athletiktrainer Robert (Anm.: Eckschlager). Wir arbeiten viel an Kraft, Sprint und Grundfitness. Es geht an die Substanz, aber ich weiß, für was ich das tue.“

Die Basis dafür bringt sie aus der Leichtathletik mit. Als ehemalige Nachwuchs-Stabhochspringerin zählt Baumgartner zu den athletisch stärksten Talenten im österreichischen Skeleton. Diese Voraussetzungen sollen nun gezielt weiterentwickelt werden, um auch am Start zu den Schnellsten aufzuschließen. Unterstützung erhält sie künftig verstärkt von Olympiasiegerin Janine Flock, die als Aushängeschild des österreichischen Skeletonsports eine wichtige Mentorenrolle einnehmen wird. „Ich glaube, jeder profitiert in Österreich von ihr“, sagt Baumgartner. „Und es ist natürlich ein Traum, mit der Besten zusammenzuarbeiten und sich Tipps zu holen.“

Bei aller Euphorie bleibt die junge Athletin jedoch bewusst vorsichtig in ihrer Planung. Große Ziele sind zwar definiert, aber nicht überfrachtet. „Ich mache ungern zu genaue Pläne, weil das auch stressen kann“, erklärt die 18-Jährige. Eines steht dennoch fest: Die Olympischen Winterspiele 2030 in den Französischen Alpen sind klar im Fokus. „Da würde ich alles dafür tun, dass es sich ausgeht.“

Der Weg dorthin soll Schritt für Schritt erfolgen – mit Geduld, konsequentem Training und der Bereitschaft, weiter zu lernen. „Im Sommer kann ich vor allem versuchen, schneller zu werden. Und im Winter geht es darum, wieder ins Fahren zu kommen, neue Dinge auszuprobieren und Erfahrung zu sammeln. Ich freue mich schon wieder, wenn ich die Spikes anziehen kann und man das Geräusch beim Anlaufen im Eiskanal hört.“

Was bleibt, ist der Eindruck eines außergewöhnlichen Talents, das sich seiner Entwicklung bewusst ist – und genau darin könnte eine der größten Stärken von Sarah Baumgartner liegen.