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Österreichischer Bob- und Skeletonverband

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A-6020 Innsbruck

Mit Rückenwind Richtung 2030: Österreichs Skeletonteam zieht Bilanz

Mit Rückenwind Richtung 2030: Österreichs Skeletonteam zieht Bilanz

Innsbruck, 

02. April 2026
Die Saison 2025/26 geht für Österreichs Skeletonteam durch den Olympiasieg von Janine Flock in die Sportgeschichte ein. Gleichzeitig wurde gezielt an der Weiterentwicklung des Kaders gearbeitet. Skeleton-Nationaltrainer Michael Grünberger zieht Bilanz.

Nach einer sehr erfolgreichen Vorsaison mit insgesamt 31 Medaillen auf Welt- und Europacupebene und den Gesamtsiegen von Janine Flock (dritter Gesamtweltcup) und Julia Erlacher (erster Europacup-Gesamtsieg) sei die Ausgangslage vor der Olympiasaison differenziert zu betrachten gewesen. „Ich habe gewusst, dass wir diese Zahl nicht erreichen werden“, erklärt Nationaltrainer Michael Grünberger.

Grund dafür war vor allem der Aufstieg mehrerer Athletinnen und Athleten vom Europacup in den Weltcup. „Das Leistungsniveau vom Europacup zum Weltcup ist doch ein sehr großer Sprung. Da muss man den Athleten eine entsprechende Zeit geben, sich zu entwickeln.“

Im Weltcup lag der Fokus daher neben Ergebnissen vor allem auf der sportlichen Weiterentwicklung. Samuel Maier konnte sich im Laufe der Saison stabilisieren, im Damenbereich zeigten Athletinnen wie Julia Erlacher ihr Potenzial. „Man hat schon gesehen, dass da Tendenzen da sind – nicht nur bei einzelnen Athleten, sondern im gesamten Team“, sagt der Skeleton-Weltmeister von 1990.

Mit Blick auf den Nachwuchs hebt der Nationaltrainer insbesondere junge Athletinnen hervor: „Die Sarah Baumgartner ist für mich das größte Talent, das ich in den letzten Jahren im Skeletonsport gesehen habe.“ Gleichzeitig betont er die Notwendigkeit eines behutsamen Aufbaus: „Da gilt es jetzt, sie mit ihrem Alter entsprechend an die erweiterte Weltspitze heranzuführen.“

Der sportliche Höhepunkt der Saison war ganz klar der Olympiasieg von Janine Flock. Dieser Erfolg sei auch Ausdruck verbesserter Rahmenbedingungen im Verband. „Ein Grund dafür war natürlich auch, dass der Verband aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt hat und in den letzten paar Jahren viel effizienter im Athletenmanagement ist. Es ist ein gutes Miteinander, eine gute Synergie zwischen Funktionären, Athleten und Betreuern“, sagt Grünberger. „Das spürt man – und das wirkt sich auch auf die Leistungen aus.“

Parallel dazu wurden im Bereich Material und Technologie wichtige Schritte gesetzt. Die Weiterführung entsprechender Projekte spielt dabei eine zentrale Rolle. „Wenn ich pro Lauf beim Schlitten ein bis zwei Zehntel raushole, dann kann man rechnen, was das ausmacht“, erklärt Grünberger.

Für die kommenden Jahre liegt der Fokus klar auf der Weiterentwicklung des Teams in Richtung Olympische Spiele 2030. Ziel sei es, die Leistungsdichte im Kader zu erhöhen und mehrere Athletinnen und Athleten im Weltcup zu etablieren. „Das große Ziel für die nächsten vier Jahre ist, einen Nachfolger für die Janine im Team zu finden – am liebsten mehrere“, so Grünberger.

Ein zentraler Bestandteil dieser Entwicklung sei die gezielte Leistungssteuerung innerhalb des Teams. Künftig sollen Startplätze stärker über interne Qualifikationen vergeben werden. „Die müssen schon auch sportlich sein. Die Plätze werden nicht einfach vergeben“, betont der Nationaltrainer.

Gleichzeitig bleibt die finanzielle Situation herausfordernd. „Wir haben eine Olympiasiegerin im Verband und müssen sparen“, sagt Grünberger. „Ich mache gerade das Budget und muss mich überall nach der Decke strecken.“

Die Planungen für die kommende Saison sowie den nächsten Olympiazyklus laufen bereits. Neben Trainingsmaßnahmen auf internationalen Bahnen ist auch die frühzeitige Vorbereitung auf die Olympiabahn 2030 Teil der strategischen Ausrichtung. „Das ist mein letzter Olympiazyklus“, kündigt Grünberger an. „Und mir ist wichtig, dass wir bis dahin nicht nur sportlich erfolgreich sind, sondern auch die nächsten Schritte im System vorbereiten.“