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Österreichischer Bob- und Skeletonverband

Eduard-Bodem-Gasse 6 / 3. OG
A-6020 Innsbruck

Eisiger Showdown in Cortina

Eisiger Showdown in Cortina

Innsbruck, 

18. Februar 2026

Cortina d’Ampezzo ist bereit für das große Finale im olympischen Eiskanal. Im neu gebauten Cortina Sliding Centre stehen am kommenden Wochenende noch einmal zwei Entscheidungen auf dem Programm, die aus österreichischer Sicht einiges versprechen: der Zweierbob der Damen sowie der Viererbob der Herren.

Den Auftakt machen am Freitag die Damen mit den Läufen eins und zwei, am Samstag folgt die Medaillenentscheidung mit den Durchgängen drei und vier. Im Fokus steht dabei Katrin Beierl, die gemeinsam mit Christania Williams an den Start geht. Dass die Niederösterreicherin überhaupt bei den Olympischen Winterspielen Mailand Cortina 2026 am Start steht, ist eine Geschichte für sich. Weniger als drei Wochen nach ihrem Mittelfußknochenbruch ging die Polizeisportlerin am vergangenen Sonntag bereits im Monobob wieder ins Rennen und sorgte mit einer ansprechenden Startleistung für Aufsehen.

„Es ist richtig cool, dass es funktioniert hat. Wir haben ein riesiges Team hinter uns. Die Ärzte haben wahnsinnig gute Arbeit geleistet“, sagt die 32-Jährige. „Ich bin stolz, etwas geschafft zu haben, von dem viele gesagt haben, dass es nicht möglich ist.“

Im Monobob hatte Beierl aber nach zwei Läufen Schluss gemacht – eine bewusste Entscheidung. „Als ich die Zeiten im Ziel gesehen habe, war die Entscheidung eigentlich schon gefallen. Ich hatte Probleme, die Konzentration zu finden und zu halten. Die 18 Tage davor haben viel Kraft gekostet.“ Für den Zweier wurde noch einmal justiert: „Wir haben ein bisschen etwas umgestellt und ich bin zuversichtlich, dass es besser funktioniert.“

Mit Williams hat Beierl eine explosive Anschieberin an ihrer Seite. „Wir fahren seit zwei Jahren zusammen und sind ein super Team. Zurzeit ist es vielleicht ein bisserl mehr Williams-Power als Beierl-Power“, sagt sie lachend. „Wir werden jedenfalls voll angreifen.“

Doppeltes Olympia-Debüt

Ebenfalls am Start: Lea Haslwanter und Victoria Festin. Für Haslwanter sind es – wie auch für ihre Anschieberin – die ersten Olympischen Spiele, und sie saugt jede Sekunde auf. „Es ist unbeschreiblich hier in Cortina. Was im Olympischen Dorf und auch in der Bahn abgeht, ist einfach einzigartig.“ Ein bisschen Nervosität sei da, „aber die Vorfreude und die Motivation überwiegen.“

Ihr Ziel formuliert sie klar und bodenständig: „Zufrieden bin ich dann, wenn ich alle vier Läufe fahren darf.“ Bei Olympia bedeutet das: Top-20 nach drei Durchgängen – und damit die Teilnahme am finalen Lauf.

Angriff am letzten Wochenende

Am Samstag greifen die Herren im Vierer an, am Sonntag – dem letzten Wettkampftag – fällt die Entscheidung mit den Läufen drei und vier. Für Markus Treichl ist es die zweite Olympia-Hälfte. Im Zweier holte er mit Rang neun sein bestes Olympia-Ergebnis.

„Ich habe mich riesig gefreut“, sagt der Tiroler. „Im ersten Lauf hatte ich noch einen Schnitzer drinnen, aber von da an sind wir richtig gut ins Fahren gekommen.“ Nun wartet der große Schlitten – gemeinsam mit Sascha Stepan, Markus Sammer und Kristian Huber.

Schon beim Olympia-Testevent im November hatte Treichl als Vierter nur knapp die Top drei verpasst – ein Fingerzeig, dass hier etwas möglich ist. „Die Trainings sind sehr gut gelaufen. Jetzt muss ich darauf achten, konstante Läufe herunterzubringen“, sagt er. Die Bahn liegt ihm: „Ich mag es, wenn das Eis hart ist und wenn es richtig schnell ist.“

„Brennen für den Vierer“

Auch Jakob Mandlbauer hofft im Vierer auf eine Leistungssteigerung. Mit Daiyehan Nichols-Bardi, Sebastian Mitterer und Daniel Bertschler fühlt er sich im großen Schlitten besonders wohl.

„Im Vierer fühle ich mich generell wohler als im Zweier. Wenn ich die Läufe im Wettkampf genauso wie im Training treffe, bin ich sehr zufrieden.“ Das Material wurde noch einmal feinjustiert: „Wir haben besser abgestimmte Kufen und wollen uns auch am Start steigern.“

Und dann sagt er einen Satz, der hängen bleibt: „Für den Vierer brennt die Mannschaft ohnehin noch ein bisserl mehr.“

Cortina bekommt also noch einmal alles, was den Bobsport ausmacht: Comeback-Geschichten, Teamdynamik, technische Feinarbeit und den Tanz auf Messers Schneide zwischen Risiko und Kontrolle.