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Österreichischer Bob- und Skeletonverband

Eduard-Bodem-Gasse 6 / 3. OG
A-6020 Innsbruck

Zwischen Schmerz, Sehnsucht und Sekundenbruchteilen

Zwischen Schmerz, Sehnsucht und Sekundenbruchteilen

Innsbruck, 

13. Februar 2026

Im Austria Tirol House in Cortina ist die Spannung am Freitagabend greifbar. Kameras klicken, Gespräche verstummen, als klar wird: Jetzt wird es langsam aber doch auch für die österreichischen Bobteams ernst. Vor dem Monobob der Damen (Sonntag) und dem Zweierbob der Herren (Montag) treten alle drei Bob-Pilot:innen vor die Presse – mit ganz unterschiedlichen Ausgangslagen, aber demselben Ziel: im Eiskanal ihr Maximum abzurufen, wenn es zählt.

Katrin Beierl: 17 Tage nach dem Bruch zurück im Eiskanal

Für Katrin Beierl hing der Olympia-Traum vor 17 Tagen noch am seidenen Faden. Mittelfußknochenbruch. Schock. Ungewissheit. Jetzt steht sie wieder am Start. Zwei Trainingsfahrten hat sie absolviert. „Den ersten Start bin ich noch sehr verhalten angegangen, beim zweiten habe ich schon mehr Druck gemacht – das ist sehr gut gegangen.“ Die Schmerzen seien „gut händelbar“, nur beim ersten Schritt beim Anschieben spüre sie noch etwas. „Ich vertraue darauf, dass ich mit Adrenalin im Wettkampf voll auftreten kann.“

Die Erleichterung ist groß. „Gestern war der wichtigste Tag dieser Reise – es hätte auch alles vorbei sein können.“ Doch entschieden wird erst im Rennen. Im Monobob zählen vier konstante Läufe. „Oben ist es mit wenig Geschwindigkeit schwierig. Vier schnelle Starts und vier schnelle Läufe – das bleibt die klare Zielsetzung.“

Den Zeitpunkt der Verletzung sieht sie inzwischen differenziert. Im Sommer hätte sie lange Trainingswochen verloren, im Dezember vielleicht die Qualifikation. Seit ihrem Schlaganfall arbeitet Beierl mit einem Hypnotherapeuten – positives Denken als Teil der schnellen Heilung. „Ich bin überzeugt, dass man schneller gesund wird, wenn man positiv bleibt.“

Treichl legt Fokus auf den Vierer

Markus Treichl kennt die olympische Bühne. „Wenn man es schon einmal erlebt hat, geht man etwas lockerer hinein.“ An der Größe des Events ändere das nichts. Der Fokus liegt klar auf dem Vierer. Im Zweier schiebt Daniel Bertschler an, auch um beim restlichen Team Kräfte für den Vierer zu sparen. „Wenn wir unsere Fahrlinie sauber abrufen und gut starten, können wir vorne mitkämpfen.“ Die Linie unterscheide sich zwischen Zweier und Vierer kaum – ein Vorteil im engen Zeitplan.

Mandlbauer: Lernen auf der großen Bühne

Für Jakob Mandlbauer ist vieles neu. „Die Einkleidung und das Olympische Dorf waren überwältigend.“ Die Qualifikation war denkbar knapp, die Saison von Höhen und Tiefen geprägt. Auf der Bahn zählt nun Konstanz. „Vor allem im oberen Bereich ist es wichtig, sehr sauber zu fahren.“ Für Mandlbauer, der das Rennen mit Daiyehan Nichols-Bardi bestreiten wird, ist dieses Großereignis auch ein Schritt Richtung 2030. „Ich werde versuchen, schon jetzt eine stabile Leistung zu zeigen.“