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Österreichischer Bob- und Skeletonverband

Eduard-Bodem-Gasse 6 / 3. OG
A-6020 Innsbruck

Flock ’n‘ Roll 

Flock ’n‘ Roll 

Innsbruck, 

03. Februar 2026

Österreichs Medien haben sie schon längst als „Tiroler Eiseilige“ in den Sporthimmel geschrieben. Und das mit einem Blick in die Skeleton-Weltcupbücher völlig zurecht: Janine Flock hält den Welt­cup-Rekord mit 45 Podestplätzen (15 Siege, 11 zweite, 19 dritte Ränge) in 119 Rennen. Die 36-jährige Tirolerin war in 16 Saisonen dreimal Gesamt­siegerin, zweimal Gesamtzweite, hat drei WM-Medaillen, ist viermalige Europameisterin und war dreimal bei Olympischen Winterspielen am Start. 

Um dort in den Skeleton-Olymp auf­zusteigen, fehlt der Heeressportlerin aber noch eine Medaille. Einmal war Flock schon knapp dran. Um genau zu sein, fehlten in Pyeongchang 2018 zwei Hundertstelbruchteile einer Se­kunde. Die Innsbruckerin hatte sich damals im koreanischen Eiskanal in den ersten drei Läufen von drei auf zwei und eins vorgearbeitet. „Dieses Gefühl, als Führende in den Olym­pischen Eiskanal zu gehen, das habe ich positiv abgespeichert. Der Rest ist Geschichte“, sagt Janine Flock, die als beste Olympiaplatzierung noch immer diesen vierten Platz ste­hen hat.

„In Cortina hat es für Janine gleich ab dem ersten Wettkampf gepasst. Das war auf den Olympiabahnen in Sotschi, Pyeongchang und Peking ganz anders“, jubelt Skeleton-Natio­nalteamtrainer Michael Grünberger nach Platz vier seines Schützlings beim Weltcupauftakt Ende Novem­ber 2025 auf der umgebauten Olym­piabahn von 1954.

UND ES HAT „KLICK“ GEMACHT 

Das Sliding Center in Cortina d’Ampezzo trägt den Namen der mit der Pierre-de-Coubertin-Medaille für besonderen Sportsgeist ausgezeichneten italienischen Boblegende Eugenio Monti: 16 Kurven, 1.445 Meter lang, 107,2 Meter Höhenunterschied, 8,4 Prozent Durchschnittsgefälle. 

„Cortina ist cool und schnell. Es hat gedauert, bis es Klick gemacht hat, aber wenn man einmal alle Teile zusammengefügt hat, ist sie lässig zu fahren“, erzählt Flock, die die neue Olympiabahn als Weltcuptitelverteidigerin im Gelben Trikot mit Startnummer eins eröffnen durfte. 

GELUNGENE GENERALPROBE 

Teamkollege Samuel Maier holte in Cortina mit Platz zwei sogar sein bestes Saisonergebnis. In 1:53,99 Minuten musste sich der 26-jährige Tiroler nur dem britischen Weltcup-Dominator Matt Weston um 15 Hundertstelsekunden geschlagen geben. Es war der fünfte Podestplatz des Heeressportlers, sein dritter zweiter Rang. 

„Es war überraschend für mich, weil mir im Training einiges gefehlt hat. Aber die Rennanpassungen haben funktioniert. Ich habe das Gerät einfach laufen lassen, bin megahappy, dass es hier so gut funktioniert hat“, sagte Samuel Maier nach der gelungenen Olympia-Generalprobe. 

Zum Drüberstreuen holte das rot-weiß-rote Power-Duo Flock und Maier Platz drei im Mixed-Team, ein Bewerb für den es hier im Februar erstmals Olympiamedaillen geben wird. 

ZWANGSPAUSE NACH TRAININGS-CRASH 

Die Weltcupsaison 2025/26 nahm danach für Janine Flock richtig Fahrt auf. Nach fünf Rennen mit zwei Siegen, einem dritten und zwei vierten Plätzen war die Weltcuptitelverteidigung zum Greifen nahe. Dann passierte der Trainings- Crash auf der Natureisbahn im Schweizer Engadin. „Nachdem ich im ersten Training nach dem Horse-Shoe voll in die Bande gekracht bin, war nicht nur mein Schlitten mit einer verbogenen Wanne lädiert“, sagte Flock nach Platz 20 in St. Moritz, die trotz des Verzichts auf das Finale in Altenberg die Olympiasaison als Gesamtfünfte abschloss. Flock: „Es war die richtige Entscheidung, das letzte Rennen auszulassen. Die Pause hat mein Körper gebraucht!“ 

OLYMPIA-TRAUM ERFÜLLT 

Während Zukunftshoffnung Julia Erlacher den zweiten Olympia-Quotenplatz für Österreich bei den Damen verpasste, verteidigte Routinier Florian Auer diesen bei den Herren. Mit Platz elf holte der 31-jährige Dachspengler aus Tirol in St. Moritz sein bestes Saisonergebnis: „Bei Olympia am Start zu stehen, ist mein großer Traum, den ich mir schon 2022 in Peking erfüllen wollte. Leider ist damals Covid dazwischengekommen. Zum Glück bin ich trotz meiner Berufstätigkeit weitere vier Jahre drangeblieben.“ 

Das erste offizielle Skeleton-Training im Cortina Sliding Center findet drei Tage nach der Eröffnung der Olympischen Winterspiele Mailand Cortina 2026 am 9. Februar statt, der erste Wettkampftag ist der 12. mit den ersten beiden Läufen der Männer, am Freitag, dem 13., starten die Damen in ihren Olympiabewerb. Spätestens ab dann spielt’s wieder Flock ’n‘ Roll.