Lehrreiches WM-Wochenende
Innsbruck,
Die Junioren-Weltmeisterschaften in St. Moritz-Celerina (SUI) sind immer etwas Besonderes. Die Natureisbahn in der Schweiz atmet Geschichte, verzeiht nichts – und stellt vor allem junge Pilot:innen vor ganz eigene Herausforderungen. Genau diese Erfahrung nahm Henning Beierl aus seinem WM-Wochenende mit.
Am Samstag ging Beierl gemeinsam mit Max Förster im Zweierbob an den Start. Am Ende stand Rang 14, mit 4,43 Sekunden Rückstand auf die Spitze. Der Sieg ging an das deutsche Duo Laurin Zern und Erik Leypold in 2:14,333 Minuten. „Mein Zweierrennen war nicht ganz optimal“, analysierte Beierl im Gespräch offen. Entscheidend sei vor allem das Gewicht gewesen: „Mit rund 50 Kilo Untergewicht ist St. Moritz extrem schwierig. Wenn dann der erste Lauf nicht passt, wird’s mental hart.“ Trotz guter Startleistung sollte es an diesem Tag in der Bahn nicht ganz nach Wunsch verlaufen: „Im zweiten Lauf war ich motiviert, aber man weiß, dass man es kaum mehr aufholen kann.“ Dazu kam die Tücke der Bahn: „Man merkt bei den Fahrten, wie das Heck permanent rutscht. So fein man fährt – es bricht immer wieder aus.“
Der Fokus richtete sich rasch nach vorne. Und der sollte sich auszahlen. Ursprünglich war ein Start im Viererbob gar nicht geplant. Erst eine kurzfristige Entscheidung nach dem Europacup in Innsbruck brachte Beierl auf Kurs. „Dass wir uns für den Vierer entschieden haben, war eine der besten Entscheidungen überhaupt. Ich bin froh, dass ich das gemacht habe – auch, weil ich die Nervosität nach dem Sturz überwunden habe.“ Insgesamt sammelte der junge Pilot vor der WM rund 25 Fahrten im Viererbob – ein wichtiger Entwicklungsschritt.
Am Sonntag folgte der nächste Auftritt: Gemeinsam mit Gregor Glaboniat, Adam Wiener und Dominik Hanschitz fuhr Beierl auf Rang sieben, 3,58 Sekunden hinter dem Siegerquartett aus Deutschland. Laurin Zern, Theo Hempel, David Steube und Rupert Schenk holten Gold in 2:11,78 Minuten. „Siebenter Platz ist okay – vor allem bei meiner ersten WM hier“, bilanzierte Beierl. Der Blick auf die Details zeigte jedoch, dass mehr möglich gewesen wäre: „Ganz knapp den sechsten Platz verpasst. Kleinigkeiten machen hier einen großen Unterschied – das haben wir schnell gespürt.“
Trotzdem überwog das Positive. Schon der neunte Platz im Europacup zuvor hatte Selbstvertrauen gebracht. „Man ist nicht bei einer WM, um nur teilzunehmen, sondern um etwas zu erreichen. Aber der Erfolg ist auch, dass wir hier gefahren sind.“ Und die Perspektive stimmt: Beierl hat noch mehrere Starts in den Nachwuchsklassen vor sich – und ein großes Ziel fest im Blick. „2028 findet hier die große WM statt. Es wäre natürlich schön, auch dort wieder an den Start zu gehen.“