Zum Hauptinhalt springen

Österreichischer Bob- und Skeletonverband

Eduard-Bodem-Gasse 6 / 3. OG
A-6020 Innsbruck

Ellmauer holt EM-Silber in Sigulda

Ellmauer holt EM-Silber in Sigulda

Innsbruck, 

22. Januar 2026

Im lettischen Sigulda ging es am Donnerstag nicht nur um wichtige Weltcuppunkte – im Rahmen des Para-Bob-Weltcups wurde auch die Europameisterschaft ausgetragen. Ein dichtes Programm, eine technisch anspruchsvolle Bahn und ein Rennen, das an Spannung kaum zu überbieten war.

Am Ende setzte sich einmal mehr Corie Mapp durch. Der Brite raste in 1:27,95 Minuten zum Sieg und holte sich damit auch den Europameistertitel. Nur 0,1 Sekunden dahinter landete Hermann Ellmauer, der sich über Silber bei der Europameisterschaft freuen durfte. Bronze ging an den Schweizer Jonas Frei (+0,12).

Da das EM-Rennen gleichzeitig als Weltcup gewertet wurde, stand Ellmauer auch dort auf dem Podest: Rang drei, hinter Mapp und dem US-Amerikaner Robert Balk (+0,08).

Traumstart, bitterer zweiter Lauf

Ellmauers Bilanz fällt ehrlich – und typisch sportlerisch – aus. „Gemischt“, sagte der Salzburger. „Der erste Lauf war ein absoluter Traumlauf, wirklich grandios. Da war eigentlich kein Fehler drin.“

Doch der zweite Durchgang begann alles andere als ideal. „Gleich oben am Start, noch vor der ersten Kurve, habe ich eine Bande gekriegt. Da war die Zeit eigentlich schon dahin.“ In Sigulda, wo kleinste Fehler gnadenlos bestraft werden, kann so ein Moment das ganze Rennen entscheiden.

Fokus statt Grübeln

Gerade dann zeigt sich die mentale Seite des Para-Bob-Sports. „Du darfst nicht anfangen zu denken“, erklärt Ellmauer. „Wenn du über das nachdenkst, was gerade passiert ist, kannst du nicht mehr hoch gewinnen.“

Natürlich spürt man sofort, dass es nicht optimal gelaufen ist – aber auf der Bahn zählt nur das Jetzt. „Du musst immer bei dem sein, was kommt, nicht bei dem, was gewesen ist. Wenn du an dem dranhängst, was war, dann geht gar nichts mehr.“ Diese Fähigkeit, den Fokus trotz Fehlern hochzuhalten, sei eine eigene Kunst.

Silber mit großem Wert

Trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – hat diese EM-Silbermedaille für Ellmauer einen hohen Stellenwert. „Natürlich wäre es geil gewesen, ganz oben zu stehen. Aber wenn du von Corie geschlagen wirst, ist das kein Drama.“ Der Brite ist mehrfacher Gesamtweltcupsieger, mehrfacher Europameister und auch Weltmeister. „Mit dem musst du immer rechnen. Nach dem ersten Lauf waren wir ja praktisch gleichauf.“ Unterm Strich bleibt daher ein Ergebnis, mit dem Ellmauer sehr gut leben kann: „Wenn man mit einem Podestplatz nicht mehr zufrieden ist, dann passt sowieso irgendwas nicht mehr.“

Zurück unter den Top-3

Auch in der Gesamtwertung ging es für den Österreicher nach vorne. Er zog an einem italienischen Konkurrenten vorbei und liegt nun wieder unter den Top-3. Doch rechnen will Ellmauer bewusst nicht. „Je mehr du anfängst zu rechnen und an die anderen zu denken, desto eher geht’s schief.“

Der Plan ist klar: Fokus auf die eigenen Läufe, alles andere ausblenden. „Morgen fahren wir einfach – und danach wissen wir, wie es ausschaut.“