Olympia-Quotenplatz für Haslwanter
Innsbruck,
Der Europacup auf der Olympiabahn in Innsbruck-Igls brachte für den österreichischen Bobsport ein intensives und richtungsweisendes Rennwochenende. Während bei den Frauen Lea Haslwanter mit konstanten Leistungen den Olympia-Quotenplatz im Zweierbob fixierte, sorgte Henning Beierl im Viererbob mit einer gelungenen Premiere für positive Schlagzeilen. Aber auch Linda Braun gab in ihrer ersten Europacupwoche eine große Talentprobe ab.
Haslwanter konstant – Braun sammelt Erfahrung
Am Samstag belegte Lea Haslwanter gemeinsam mit Tamara Knezevic Rang elf (+1,86 Sekunden). Am Sonntag steigerte sich die Tirolerin mit Anschieberin Victoria Festin auf Platz neun (+1,62 Sekunden). Der Lohn für die Konstanz über die gesamte Saison: der Olympia-Quotenplatz für die Olympischen Winterspiele Mailand Cortina 2026 im Zweierbob.
Haslwanter zeigte sich erleichtert und zufrieden: „Ich habe versucht, mir selbst den Druck zu nehmen – und dadurch wieder richtig Freude am Bobfahren gefunden. Die Läufe waren solide, auch wenn in Igls immer ein paar Kleinigkeiten dabei sind. Insgesamt bin ich mit dem Wochenende sehr happy.“
Wer sie in Richtung Olympia begleiten wird, ist noch offen: „Die Freude ist natürlich sehr groß. Beide Anschieberinnen hatten ihr Push-out, jetzt wird entschieden, wer mit mir fahren darf. Die Qualifikation habe ich mir sportlich erarbeitet – jetzt warten wir noch auf das offizielle Okay.“
Auch Linda Braun sammelte mit Annalena Hammerer wertvolle internationale Erfahrung. Die Österreicherinnen belegten Rang 15 am Samstag (+2,61) und Rang 14 am Sonntag (+2,72). Braun sprach trotz verpasster Qualifikation für St. Moritz von einem gelungenen Europacup-Debüt: „Wir haben gesehen, dass unser Material mithalten kann und dass wir fahrerisch absolut auf dem richtigen Weg sind. Von anderen Trainern kam viel positives Feedback – das bestärkt uns enorm.“
Die Siege an beiden Tagen gingen an das deutsche Duo Charlotte Candrix und Anabel Galander (1:48,16 bzw. 1:48,48 Minuten).
Viererbob: Beierl mit starker Premiere
Im Viererbob der Herren feierte Henning Beierl am Samstag seine Premiere in dieser Disziplin. Gemeinsam mit Max Förster, Adam Wiener und Gregor Glaboniat kam das Team nach technischen Problemen im ersten Rennen auf Rang 20 (+3,49). Am Sonntag lief es deutlich besser: In leicht veränderter Besetzung steigerte sich Beierl auf Platz 16 (+2,25).
Der Niderösterreicher zog ein positives Fazit: „Für mich war das Wochenende im Vierer richtig cool. Ich habe gemerkt, wie viel Spaß diese Disziplin macht. Mit erst zwölf Vierer-Fahrten insgesamt ist Platz 16 heute wirklich stark – vor allem mit zwei sehr souveränen Startzeiten.“
Besonders wertvoll sei die Erfahrung für die kommenden Aufgaben: „Jetzt geht es mit viel Selbstvertrauen zur Junioren-WM nach St. Moritz. Wir haben dort ein starkes Team und wollen voll angreifen.“
Die Siege im Viererbob gingen am Samstag an den Schweizer Michael Vogt (1:43,74 Minuten) und am Sonntag an den Deutschen Hans Peter Hannighofer (1:44,16).
Der Europacup in Innsbruck-Igls hinterließ damit aus rot-weiß-roter Sicht ein starkes Gesamtbild: Olympia-Ticket für Haslwanter, ein motivierender Einstand für Braun und Beierl – und viel Zuversicht für die nächsten internationalen Aufgaben.