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Österreichischer Bob- und Skeletonverband

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A-6020 Innsbruck

Beierl holt U23-EM-Silber

Beierl holt U23-EM-Silber

Innsbruck, 

15. Januar 2026

Der Eiskanal von Innsbruck-Igls hat am Mittwoch wieder einmal gezeigt, warum er als ehrlicher Prüfstein im internationalen Bobsport gilt. Schnell, technisch anspruchsvoll – und gnadenlos, wenn nur Kleinigkeiten nicht passen. Mittendrin: die Nachwuchs-Asse beim Europacup und bei den Junioren-Europameisterschaften. Und aus österreichischer Sicht gab es allen Grund zur Freude.

Silber mit Signalwirkung für Beierl/Förster

Henning Beierl und Max Förster lieferten im Zweierbob einen Auftritt ab, der weit über das nackte Ergebnis hinausging. Im Europacup bedeutete Rang 19 zwar ein solides Rennen – der Sieg ging hier an die Deutschen Maximilian Illmann und Lukas Kollar in 1:45,18 Minuten –, doch das eigentliche Ausrufezeichen folgte im Ranking der U23-Junioren-Europameisterschaft.

Dort raste das rot-weiß-rote Duo zu Silber. Nur das Team Jonathan Lourimi / Seweryn Sosna war schneller, Gold ging in 1:46,71 Minuten nach Polen. Der Rückstand von Beierl/Förster: 1,22 Sekunden. Ein Resultat, das sich wie ein Befreiungsschlag anfühlte.

„Der Druck ist einfach weggegangen“, schilderte Beierl nach dem Rennen offen. Vier Jahre harte Arbeit, Rückschläge, Geduld – und nun endlich eine internationale Medaille, die Gewicht hat. „Dass wir das mit so einer Lockerheit einfahren konnten, ist echt schön.“

Untergewicht, aber nicht unterlegen

Besonders bemerkenswert: Beierl und Förster waren alles andere als im Vorteil. Trotz voll ausgeladenem Schlitten – 180 Kilogramm, jedes erlaubte Gewicht verbaut – fehlten dem Team rund 45 Kilogramm zum Maximalgewicht. Ein Nachteil, der auf dieser Bahn brutal spürbar ist.

„Wenn uns diese 45 Kilo nicht fehlen, fahren wir sicher eine Sekunde schneller“, ist Beierl überzeugt. Und dennoch: starke Startzeiten, ein sehr sauberer erster Lauf und auch im zweiten Durchgang lange alles im grünen Bereich. Ein kleiner Fehler beim Anschieben kostete wertvolle Zeit. Danach aber wieder eine Fahrt mit viel Kontrolle und Qualität.

Dass das Podest bei der U23 diesmal voll besetzt war und gleich mehrere Teams am Start standen, verleiht dem Silber zusätzlichen Wert. „Da war richtig Konkurrenz da – und wir konnten uns trotzdem beweisen“, so Beierl, der auch im U26-Feld mit Rang fünf aufzeigte. Perspektivisch ein starkes Signal, denn sowohl in der U23 als auch in der U26 bleibt ihm noch viel Zeit.

Am Donnerstag belegte das Duo mit einem Rückstand von 3,02 Sekunden auf das Duo Maximilian Illman/Henrik Proske Rang 17.

Haslwanter hauchdünn an der Medaille vorbei

Auch bei den Juniorinnen wurde es aus österreichischer Sicht spannend – und emotional. Lea Haslwanter verpasste bei den Junioren-Europameisterschaften im Monobob Bronze um gerade einmal sechs Hundertstelsekunden. Platz vier, nur 0,18 Sekunden hinter der Siegerin. Die Goldmedaille ging an die Deutsche Charlotte Candrix in 1:53,01 Minuten. „Im Großen und Ganzen bin ich mit den Ergebnissen beim Europacup in Innsbruck zufrieden, vor allem weil sehr starke Konkurrenz am Start war. Dass ich einige Athletinnen hinter mir lassen konnte, bei denen ich mir nicht sicher war, ob das gelingt, hat mich besonders gefreut und mir viel Motivation gegeben. Ein echtes Highlight waren die Startzeiten: Zweimal Start-Bestzeit in Innsbruck zu gehen und diese sogar noch zu verbessern, hat mich extrem glücklich gemacht. Der vierte Platz bei der Junioren-EM ist ebenfalls ein starkes Ergebnis. Das zweite Rennen verlief nicht ganz optimal, ich war am Start etwas müde und die Fahrten nicht ganz so sauber, dennoch bin ich mit einem Top-8-Ergebnis (Anm.: Ergebnis Monobob am Donnerstag) sehr zufrieden – eines meiner besten im Europacup.“

Teamkollegin Linda Braun belegte Rang zehn (+2,10). Im Europacup landete Haslwanter auf Platz acht (+0,48), Braun wurde 20. Den Sieg holte hier die Britin Adele Nicoll in 1:52,71 Minuten.  „Die ersten Renntage waren für mich extrem spannend und von vielen neuen Eindrücken geprägt. Vor allem am ersten Wettkampftag war ich sehr nervös, weil ich erstmals selbst für Material, Gewicht und alle Kontrollen verantwortlich war. Nach starken Läufen im Abschlusstraining konnte ich das im ersten Rennen noch nicht ganz umsetzen, heute ist es aber deutlich besser gegangen. Mit konstanten Läufen und Platz 17 bin ich zufrieden, auch wenn ich weiß, dass ich an der Startleistung noch arbeiten muss. Besonders herausfordernd war es, erstmals mit polierten Kufen im Rennen zu fahren, das war wieder etwas Neues. Umso mehr freue ich mich auf das Wochenende und bin hoch motiviert, noch einmal voll anzugreifen und mich für St. Moritz zu qualifizieren.“