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Österreichischer Bob- und Skeletonverband

Eduard-Bodem-Gasse 6 / 3. OG
A-6020 Innsbruck

Weltcupfinale im Zeichen von Olympia

Weltcupfinale im Zeichen von Olympia

Innsbruck, 

14. Januar 2026

Am Freitag geht es für Österreichs Skeleton-Team (Damen-Rennen ab 9.30, Herren ab 13 Uhr) in Altenberg um die letzten Tickets nach Cortina. Routinier Florian Auer (Startnummer 20) benötig beim Weltcupfinale in Deutschland noch einen Top-12-Platz und die 25-jährige Steierin Julia Erlacher (Startnummer 17) jagt einen möglichen zweiten Quotenplatz für die Damen.

„Julia ist so knapp am zweiten Olympia-Quotenplatz dran, dass sie diese Chance verdient hat“, begründet Nationalteamtrainer Michael Grünberger die Nominierung von Erlacher fürs Weltcupfinale. „Am Ende muss dann ohnehin das ÖOC entscheiden, ob Julia für Olympia nominiert wird, weil ihr ja in jedem Fall ein geforderter Top-12-Platz (Anm.: der Europacup-Gesamtsiegerin der Vorsaison fehlten bei Rang 13 in Winterberg 3 Hundertstelsekunden auf Platz 12) fehlen wird. Von der Papierform her, hat Julia die Quali ja schon verpasst, aber als Trainer sehe ich auch die aufsteigende Form. Das gehört gewürdigt, weil es ja auch eine Wirkung auf den nächsten Olympiazyklus Richtung Frankreich 2030 haben soll.“

Es sieht im Detail so aus: Österreich liegt bei den Damen ein Rennen vor Schluss an 7. Stelle der Nationenwertung: Deutschland und Großbritannien haben jeweils 3 Startplätze bei Olympia, die USA, China, Italien und Kanada je 2, dann folgt Österreich mit derzeit einem. Julia Erlacher hat zuletzt in St. Moritz als Halbzeitzweite mit Platz 15 (104 Punkte) 30 Punkte auf die Kanadierin Jane Channell (war 19. = 74 Punkte) gutgemacht. Sie liegt derzeit in der IBSF-Wertung 28 Punkte hinter Channell. Wenn sie im Saisonfinale vier Plätze vor Channell liegt und wieder 30 Punkte gutmacht, hat Österreich den zweiten Quotenplatz für Olympia.  

„Man merkt, dass Julia Erlacher hungrig ist, sie ist hier im Training sehr fokussiert gewesen, hat die Bahn gut im Griff und beim Starten ist sowieso eine der Schnellsten. Die Chance auf Olympia beflügelt sie. Das gilt auch für Florian Auer“, sagte Grünberger nach dem Abschlusstraining am Mittwoch.

Samuel Maier (Startnummer 2) kam mit Platz 2 in 57,13 Sekunden im ersten Trainingslauf der zweiten Gruppe dem Saison-Dominator Matt Weston (56,62) am nächsten. „Der Lauf war ganz solide, obwohl ich in der Zielkurve falsch reagiert habe und danach den härtesten Schlag der Saison kassiert habe. Mein Schlitten hat da etwas gelitten, aber es ist zum Glück nichts gebrochen.“

Das Ziel des 26-jährigen Tirolers, der mit Platz 2 beim Weltcupauftakt in Cortina sein bislang bestes Saisonergebnis erzielte und aktuell auf Platz 7 der Weltcupgesamtwertung liegt: „Ich möchte die Weltcupsaison gut abschließen und danach den Fokus ganz auf meine zweiten Olympischen Winterspiele lenken. Wir waren jetzt sechs Wochen am Stück unterwegs, das geht doch sehr an die Substanz. Ich freue mich, dass ich wieder daheim in der gewohnten Umgebung trainieren kann, auf das Essen daheim, auf ein bisschen Durchschnaufen. Die Vorfreude auf die Einkleidung mit dem Olympic Team Austria in Wien, die Lotterien Farewell Feier und die Verabschiedung beim Bundespräsidenten ist bei mir auch schon sehr groß. Danach geht’s voll Elan Richtung Cortina.“

Startverzicht von Janine Flock als Vorsichtsmaßnahme

Weltcuptitelverteidigerin Janine Flock verzichtet dagegen aufs Finale: „Ich bin seit dem harten Bandenkontakt im ersten Training von St. Moritz nicht ganz fit. Es ist ein ständiges Auf und Ab. Die größte Schwierigkeit im Eiskanal war, dass ich den Schlitten nicht mehr gespürt und dadurch Lenkpunkte nicht mehr getroffen habe. Deshalb ist hier in Altenberg auch nach Rücksprache mit meinem Betreuerteam der Entschluss gefallen, vorzeitig nach Innsbruck zu fahren, um alles medizinisch abklären zu lassen. Der Weltcup war in dieser Saison ohnehin nicht das Ziel. Und bis zu den Olympischen Winterspielen habe ich jetzt noch genug Zeit. Cortina hat für mich oberste Priorität.“

Bis zur Eröffnung von Mailand Cortina am 6.  Februar sind es noch 23 Tage. Das erste offizielle Skeleton-Training im Cortina Sliding Center findet am 9. Februar um 8 Uhr statt, der erste Wettkampftag ist der 13. Februar. „Das ist genug Zeit für Janine, um wieder ganz fit zu werden“, ist Trainer Michael Grünberger überzeugt. „Sie braucht jetzt einfach Ruhe! Die Fahrten, die sie hier verpasst, spielen im Hinblick auf Cortina und in Anbetracht ihrer Routine keine Rolle. Wir können noch daheim in Igls oder in St. Moritz trainieren. Ich denke, dass das alles in Ordnung kommen wird. Sie ist daheim in Innsbruck bei Dr. Brigitte Auer in den besten Händen.“

Auch die erste Startgruppe von Nummer 1 bis 10 ist nicht in Gefahr. „Janine ist derzeit Nummer 3 der IBSF-Weltrangliste. Sie kann hier beim Weltcupfinale von maximal vier Konkurrentinnen überholt werden und ist damit jedenfalls in den Top-7.“

#7 IBSF Weltcup Altenberg (GER, 16. Jänner 2026)
Frauen-Skeleton 9.30/11.20 Uhr; Herren-Skeleton 13/14.50 Uhr; Mixed Team 17 Uhr (live auf ORF Sport+ oder ORF ON)

Skeleton-Weltcupstand Frauen nach 6 von 7 Rennen:
1. Kim Meylemans (KOR) 1.243 Punkte
2 Jacqueline Peifer (GER) 1.113
3. Janine Flock (AUT) 1.102
4. Tabitha Stoecker (GBR) 1.060
5. Anna Fernstaedt (CZE) 994
20. Julia Erlacher (AUT) 484
25. Annia Unterscheider (AUT) 247
Weltcupstand im Detail

Skeleton-Weltcupstand Männer nach 6 von 7 Rennen:
1. Matt Weston (GBR) 1.335 Punkte
2. Zheng Yin (CHI) 1.160
3. Seunggi Jung (KOR) 1.080
4. Marcus Wyatt (GBR) 1.051
5. Axel Jungk (GER) 1.042
6. Amadeo Bagnins (ITA) 990
7. Samuel Maier (AUT) 938
18. Florian Auer (AUT) 500
23. Alexander Schlintner 338

Weltcupstand im Detail

Olympische Winterspiele Mailand Cortina (ITA, 6.-22. Februar 2026)