Beierl jubelt über EM-Silber
Innsbruck,
Die sechste Weltcupstation der Saison führte die Bob-Elite nach St. Moritz, wo zugleich die Europameisterschaft ausgetragen wurde. Auf der einzigen Natureisbahn im Weltcup setzte Katrin Beierl ihre starke Serie fort: Mit Rang drei im Weltcup sicherte sich die 32-jährige Niederösterreicherin sensationell EM-Silber und holte damit den nächsten Spitzenplatz auf dem Weg zu den Olympischen Spielen.
Entsprechend groß war die Freude im Zielraum. Wolfgang Stampfer, Bob-Nationaltrainer, brachte es auf den Punkt: „Die Jubelstimmung ist natürlich groß. Wenn man eine EM-Medaille macht, dann ist das immer toll. Vor allem auch als Vorbereitung für die Olympischen Spiele – also wirklich ein Traum.“ Stampfer verwies dabei auch auf die besonderen Bedingungen in St. Moritz. Gerade im ersten Lauf seien Fahrerinnen mit früher Startnummer leicht benachteiligt gewesen. Entscheidend sei dann aber der zweite Durchgang gewesen: „Im zweiten Lauf hat sie speziell im unteren Bahnteil die Linie perfekt getroffen und richtig Geschwindigkeit aufgebaut. Kati ist einfach im Flow, und aktuell funktioniert im Rennen sehr viel, auch wenn die Trainings hier nicht optimal gelaufen sind.“
Medaillen-Freude bei Beierl
Für die 32-jährige Polizeisportlerin begann das Wochenende alles andere als ideal. Nach durchwachsenen Trainings war die Zuversicht überschaubar. Im Rennen selbst lag sie nach dem ersten Lauf nur auf Rang neun. Doch dann kam jener zweite Durchgang, der alles veränderte: eine kompromisslose, technisch saubere Fahrt, Platz um Platz gutgemacht – zweitschnellste Laufzeit. Am Ende stand Rang drei im Weltcup, gleichbedeutend mit EM-Silber. Beierl rang selbst kurz nach dem Rennen noch nach Worten: „Crazy. Ich nehm’s gerne. Vor allem mit Melli (Anm.: Hasler) gemeinsam – das ist einfach das Beste daran. Sehr überraschend, vor allem nach dem ersten Lauf.“
Den Schlüssel zum Erfolg sah sie ebenfalls im unteren Bahnteil: „Ich glaube, ich habe dort eine Wahnsinnslösung getroffen, und ab da ist es einfach nur gelaufen. Unten war es extrem sauber – und das hat man dann im Ergebnis gesehen. Wieder ein Podestplatz – es ist eine unglaubliche Serie an Spitzenplätzen, und ich hoffe, dass sie nicht reißt!“
Weniger glücklich verlief das Rennen für Lea Haslwanter. Sie verpasste mit der frühen Startnummer zwei den Einzug in den zweiten Lauf und belegte Rang 24.
Den Sieg im Monobob-Bewerb sicherte sich die Australierin Bree Walker in einer Gesamtzeit von 2:23,27 Minuten. Die Schweizerin Melanie Hasler fuhr mit einem Rückstand von 0,53 Sekunden auf Rang zwei, unmittelbar dahinter jubelte Katrin Beierl aus österreichischer Sicht über den 3. Platz (+0,68 Sekunden). In der EM-Wertung ging Gold an Melanie Hasler, Silber sicherte sich Katrin Beierl, Bronze holte die Olympiasiegerin Laura Nolte aus Deutschland.
ERGEBNISSE BOB-WELTCUP ST. MORITZ (SUI) Damen, Monobob:
1. Bree Walker (AUS) 2:23,27 Minuten
2. Melanie Hasler (SUI) +0,53 Sekunden
3. Katrin Beierl (AUT) +0,68
24. Lea Haslwanter (AUT) – nicht für den zweiten Lauf qualifiziert
Damen, Gesamtwertung im Monobob
1. Laura Nolte (GER), 1246 Punkte
2. Bree Walker (AUS), 1219
3. Lisa Buckwitz (GER), 1128
6. Katrin Beierl (AUT), 1050
23. Lea Haslwanter (AUT), 237