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Österreichischer Bob- und Skeletonverband

Eduard-Bodem-Gasse 6 / 3. OG
A-6020 Innsbruck

Eiskalter Showdown in St. Moritz

Eiskalter Showdown in St. Moritz

Innsbruck, 

06. Januar 2026

Am Mittwoch findet auf der legendären Natureisbahn St. Moritz-Celerina das Weltcup-Nachtragsrennen der Skeleton-Männer von Winterberg statt. Im Training wurden auf einzelnen Streckenabschnitten Temperaturen von bis zu minus 23 Grad Celsius gemessen.

Für das österreichische Team steht viel auf dem Spiel. Samuel Maier geht mit Startnummer 4 ins Rennen, möchte als Gesamtsechster im Weltcup nach dem Ausrutscher in Sigulda, wo er von Platz 4 auf 18 durchgereicht worden war, wieder den Anschluss an die Spitze finden.

Seine Teamkollegen Florian Auer (Nr. 14) und Alexander Schlintner (Nr. 23, Bild oben) kämpfen um den ersten von zwei für die Olympia-Qualifikation erforderlichen Top-12-Plätzen. Schlintner hatte zuletzt in Winterberg geführt, ehe das Rennen wegen unfairer Wetterbedingungen abgebrochen wurde.

Die Bahn: legendär, schnell, tückisch

Der Olympia-Eiskanal im Kanton Graubünden ist ein Unikat. Die insgesamt 1.962 Meter lange letzte Natureisbahn der Welt wird jedes Jahr aus bis zu 15.000 Kubikmetern Schnee neu aufgebaut, damit die Schlitten durch die Streckenabschnitte mit den klingenden Namen Kink, Snake, Nash-Dixon, Horse-Shoe, Telephone, Shamrock, Devils Dyke, Gunter Sachs, Martineau und Portago vom Start bis ins 1.722 Meter entfernte Ziel mit einem maximalen Speed von knapp 140 km/h jagen können.

Heuer nicht nur legendär, sondern auch tückisch meint Skeleton-Nationalteamtrainer Michael Grünberger: „Die größte Herausforderung derzeit ist der Horse-Shoe. Eigentlich ist die Kurve ja ein Steinbau und man sollte meinen, dass der Radius fast immer gleich ist, aber heuer ist es einfach anders. Der Schlitten braucht länger zum Steigen, kriegt erst spät den Höhepunkt. Dann ist aber der Druck schon zu groß und man kann ihn nicht mehr drehen. Da sind im Training fast alle rausgefahren und sind links angeschlagen. Da müssen wir noch eine Lösung finden und vielleicht ein bisschen zaubern.“

Maier: „Der Horse-Shoe ist heuer 50:50“

Samuel Maier kennt die Schlüsselstelle nur zu gut. „Der Horse-Shoe ist immer der Knackpunkt. Und heuer ist es dort wirklich sehr, sehr tricky. Da haben wir alle Probleme gehabt. Wenn du die Einfahrt nicht triffst, kostet das viel Zeit. Man muss sehr präzise sein und man muss in den richtigen Momenten das Richtige tun. Das ist so ein bisschen die Schwierigkeit da und bei mir 50:50“, sagt der 26-jährige Tiroler. „Die anderen Kurven habe ich gut im Griff und bin auch überall schnell. Wichtig ist der Prozess von Rennen zu Rennen, von Woche zu Woche das Beste herauszuholen und wieder dort anzuschließen, wo ich sein kann, nämlich im Spitzenfeld.“

Schlintner: Erinnerungen an 2022

Für Alexander Schlintner ist St. Moritz ein besonderer Ort. „Mir hat damals im Jahr 2022 auch das Rennen in St. Moritz mein Olympiaticket für Peking beschert. Also hoffe ich, dass das wieder so sein wird und ich ein Top-12-Ergebnis rausholen kann. Ich möchte unbedingt wieder bei Olympia dabei sein.“

Dass er schnell sein kann, hat der 27-jährige Niederösterreicher spätestens in Winterberg bewiesen: „Ich war natürlich sehr überrascht, dass ich mit der letzten Startnummer als erster ins Ziel reingekommen bin. Ich schaue auf die Anzeigetafel und denke mir: Was ist jetzt los? Ich habe mich überhaupt nicht ausgekannt. Ich war mega glücklich darüber!“

Dieses positive Gefühl hat er nach St. Moritz mitgenommen: „Zwar habe ich mir am Anfang ein bisschen schwergetan, weil ich das letzte Mal vor zwei Jahren hier war. Das Abschlusstraining war aber schon ganz gut. Ich konnte einen guten Speed rausholen, ein gutes Setup finden und freue mich auf das Rennen am Mittwoch.“

Drei EM-Medaillensätze werden am Freitag vergeben

Am Freitag steht dann der sechste von insgesamt sieben Skeleton-Weltcups dieser Saison in St. Moritz auf dem Programm. Gleichzeitig werden bei den Rennen EM-Medaillen vergeben.  Es geht schon um 8:30 Uhr mit dem Frauen-Rennen los, die Herren folgen um 12 Uhr. Österreich stellt mit der aktuellen im Skeleton-Weltcup-Leaderin Janine Flock und Samuel Maier beide Titelverteidiger.

Zum Abschluss ist ab 16 Uhr ein Mixed Team-Bewerb geplant, der am 15. Februar in Cortina sein Olympia-Debüt feiern wird. Apropos Debüt. Hier in der Schweiz werden im Skeleton Mixed Team auch erstmals EM-Medaillen vergeben.

#6 IBSF Weltcup und Europameisterschaft St. Moritz (SUI, 7-9. Jänner 2026)
7. Jänner
, 9 Uhr Männer-Skeleton (Nachtrag Winterberg)
9. Jänner, 8:30 Uhr Frauen-Skeleton, 12 Uhr Männer-Skeleton (beide Rennen live auf ORF Sport+ oder ORF ON), 16 Uhr Skeleton Mixed Team

Skeleton-Weltcupstand Männer nach 4 von 7 Rennen:
1. Matt Weston (GBR) 885 Punkte
2. Zheng Yin (CHI) 768
3. Marcus Wyatt (GBR) 731
4. Seunggi Jung (KOR) 712
5. Axel Jungk (GER) 706
6. Samuel Maier (AUT) 642
21. Florian Auer (AUT) 284
24. Alexander Schlintner (AUT) 214

Weltcupstand im Detail

Skeleton-Weltcupstand Frauen nach 5 von 7 Rennen:
1. Janine Flock (AUT) 1.034

2. Kim Meylemans (KOR) 1.018 Punkte
3. Jacqueline Peifer (GER) 929
4. Anna Fernstaedt (CZE) 914
5. Tabitha Stoecker (GBR) 868
21. Julia Erlacher (AUT) 380
25. Annia Unterscheider (AUT) 202
32. Anna Saulite (AUT) 73
Weltcupstand im Detail

Rennkalender Skeleton-Olympiasaison 2025/26
#7 IBSF Weltcup Altenberg (GER, 12.-18. Jänner 2026)
Olympische Winterspiele Mailand Cortina (ITA, 6.-22. Februar 2026)