Olympia-Team kristallisiert sich heraus
Innsbruck,
Der Bob-Weltcup in der Veltins-EisArena in Winterberg (GER) ging am Sonntag mit dem zweiten spannenden Wettkampftag zu Ende – und brachte für die österreichischen Teams einen würdigen Abschluss. Während Katrin Beierl mit Christania Williams am frühen Nachmittag bereits im Zweierbob Rang fünf einfahren konnte, legte Markus Treichl mit Sascha Stepan, Markus Sammer und Leo Sares im Viererbob nach und sorgte ebenfalls mit Rang fünf für den nächsten Spitzenplatz im Weltcup.
Bob-Nationaltrainer Wolfgang Stampfer zog ein insgesamt positives Fazit des Wochenendes. Nach dem ersten Lauf im Viererbob sei noch vieles offen gewesen, der Rückstand auf die deutschen Teams überschaubar. „Da hat man gesehen, dass Markus mit seinem Team voll dabei ist und dass man grundsätzlich angreifen kann“, erklärte Stampfer. Im zweiten Durchgang habe man den Platz zwar halten können, während die deutschen Crews ihren Heimvorteil eiskalt ausspielten. „Die haben im zweiten Lauf noch einmal richtig nachgelegt und sind unglaubliche Zeiten gefahren. Selbst mit einem noch besseren Start wären wir da kaum hingekommen“, so der Bob-Nationaltrainer. Insgesamt sei Rang fünf ein solides Ergebnis, auch wenn der Anspruch klar bleibe: „Natürlich will man immer in Richtung Medaille fahren, aber man muss auch realistisch bleiben.“
Olympia-Team kristallisiert sich heraus
Markus Treichl bestätigte mit Sascha Stepan, Markus Sammer und Leo Sares erneut die aktuelle Form. Zweimal gelang die drittbeste Startzeit, dazu kamen die fünftbeste Laufzeit im ersten und die sechstbeste im zweiten Durchgang. Am Ende stand Rang fünf – ein Ergebnis, mit dem der Tiroler gut leben konnte. „Mit Platz fünf kann ich heute gut leben. Es waren ein paar kleine Fehler dabei, der vierte Platz wäre schon drinnen gewesen. Nach vorne waren die Deutschen aber einfach zu weit weg, da waren wir heute chancenlos“, bilanzierte Treichl. Gleichzeitig nahm er viel Positives mit: „Wenn man sich den ersten Lauf anschaut, waren wir zeitlich eigentlich ganz gut dabei, das gibt auf jeden Fall Zuversicht für die nächsten Rennen – andere Bahnen, andere Voraussetzungen.“ Besonders zufrieden zeigte sich Treichl mit seiner Crew: „Die Jungs hinten haben ihren Job richtig gut gemacht. Das bestätigt, dass das aktuell die beste Kombination für uns ist.“
Auch Jakob Mandlbauer konnte dem letzten Winterberg-Rennen etwas abgewinnen. Gemeinsam mit Daiyehan Nichols-Bardi, Sebastian Mitterer und Daniel Bertschler qualifizierte sich der Steirer in einem Hundertstelkrimi für den zweiten Lauf und belegte am Ende Rang 20. Nach Platz 18 in Lillehammer war es sein zweitbestes Saisonresultat im Viererbob. „Jakob ist im ersten Lauf sehr gut gestartet, hat sich dann aber leider ein paar kleine Fehler eingefangen. Und gerade in Winterberg verzeiht die Bahn nichts – da kostet jeder kleine Quersteher sofort Zeit. Umso wichtiger ist es für seine Entwicklung, dass er den zweiten Lauf erreicht hat und weitere Rennkilometer sammeln konnte. Darauf lässt sich aufbauen.“
Das letzte Rennen in Winterberg entwickelte sich zu einem echten Hundertstelkrimi. Der Viererbob-Sieg ging an das deutsche Team um Francesco Friedrich, das sich in 1:49,07 Minuten hauchdünn durchsetzen konnte. Dahinter folgten zwei weitere deutsche Crews mit Johannes Lochner (+0,02 Sekunden) und Adam Ammour (+0,06 Sekunden).
ERGEBNISSE BOB-WELTCUP WINTERBERG (GER) Herren, Viererbob:
1. Friedrich/Sommer/Schüller/Laurenz (GER) 1:49,07 Minuten
2. Lochner/Peschk/Wenzel/Fleischhauer (GER) +0,02 Sekunden
3. Ammour/Ammour/Tasche/Schaller (GER) +0,06
5. Treichl/Stepan/Sammer/Sares (AUT) +0,42
20. Mandlbauer/Nichols-Bardi/Mitterer/Bertschler (AUT) +1,20
Sämtliche detaillierten Ergebnisse gibt es auf IBSF.org
Herren, Gesamtwertung im Viererbob
1. Johannes Lochner (GER), 1095 Punkte
2. Francesco Friederich (GER), 1070
3. Adam Ammour (GER), 986
6. Markus Treichl (AUT), 824
23. Jakob Mandlbauer (AUT), 311